Grauenhafter Fund am Radweg: Uneinsichtige Hundehalter verurteilen Rehkitz zu einem qualvollen Tod
- Susanne Lehmann

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Adenau / Region. Es sind Bilder, die selbst erfahrenen Wildtierrettern den Atem stocken lassen – und die das Resultat purer Ignoranz und Egoismus sind. In diesen Tagen wurde an einem viel frequentierten Radweg ein Rehkitz aufgefunden. Das unübersehbare Krankheitsbild: schwere Hundebisse. Die Wildtierhilfe an der Loreley-Hunsrück e.V., zu der das verletzte Tier per Notfall gebracht wurde, konnte dies eindeutig verifizieren.
Bei lebendigem Leib von Maden zerfressen
Was viele uneinsichtige Spaziergänger als „Der will doch nur spielen“ oder „Der tut nichts“ abtun, bedeutet für die Neugeborenen unserer Wildtiere das Todesurteil. Selbst wenn ein Kitz eine Attacke zunächst überlebt, ist sein Schicksal meist besiegelt: Durch den Hundekontakt nimmt das Jungtier den hündischen Geruch an. Die Ricke (das Muttertier) verstößt ihr Kind – das Kitz verhungert im hohen Gras.
Im aktuellen Fall kommt eine weitere, unvorstellbare Grausamkeit hinzu: Fliegen setzten sofort ihre Eier in die offenen Bisswunden. Binnen kürzester Zeit schlüpfen die Maden und fressen das verletzte Kitz regelrecht bei lebendigem Leib von innen auf. Ein qualvoller, stundenlanger Todeskampf, der durch nichts zu rechtfertigen ist.
Eindringlicher Appell: Anleinen ist überlebenswichtig!
Wir befinden uns mitten in der Setzzeit. Das hohe Gras direkt neben den Spazier- und Radwegen ist die Kinderstube unserer Wildtiere. Kitze haben in den ersten Lebenswochen keinen Eigengeruch und flüchten nicht – sie ducken sich und sind den Jagdinstinkten freilaufender Hunde schutzlos ausgeliefert.
Daher ergeht nochmals der unmissverständliche und eindringliche Appell an alle Hundebesitzer: Lassen Sie Ihre Tiere in der Setzzeit ausnahmslos an der Leine!
Es ist eine Frage des Respekts, des Tierschutzes und des gesunden Menschenverstands. Menschen mit Verstand und Empathie halten sich an diese Regeln. Wer seinen Hund jetzt noch immer frei stöbern lässt, nimmt den grausamen Tod von Wildtieren billigend in Kauf.
Mitteilung des Vereins:
Dem Verein „Suchhunde und Kitzrettung Adenau am Nürburgring e.V.“ liegt das Wohl unserer Wildtiere am Herzen. Daher machen wir unmissverständlich klar:
Wilderei und Verstöße gegen das Jagdgesetz verurteilen wir zutiefst.
Die sensible Setzzeit erfordert die volle Aufmerksamkeit und Rücksichtnahme aller Hundehalter.
Wer seine Tiere in dieser Phase unangeleint stöbern lässt und damit das Leben der Wildtiere gefährdet, handelt verantwortungslos. Bitte haben Sie Verständnis dafür, dass wir im Sinne des Tierschutzes solche Beobachtungen ab sofort ausnahmslos an die Behörden zur weiteren Verfolgung übergeben.
„Suchhunde und Kitzrettung Adenau am Nürburgring e.V.“





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