Hündin Marla nach 8 Tagen im Wald gefunden

Die etwa 5 Jahre alte Hündin Marla war am 22.09.2026 durch unglückliche Umstände, in einem von ihrem zu Hause nahe gelegenen Wald, mit einer 10m langen Schleppleine entlaufen. Allerdings war Marla zunächst nicht alleine unterwegs. Ihre Schwester hatte sich dazu entschlossen, Sie zumindest für eine kurze Zeit bei ihrem Abenteuer zu begleiten. So waren also zunächst beide im Wald unterwegs und genossen zumindest eine Zeit lang ihre Freiheit - vermutlich hatten sie Wild gewittert und waren auf der Suche nach diesem.
Marlas Schwester hatte schon nach einer Minute genug von dem Ausflug und kehrte wohlbehalten zu ihrem Besitzer zurück. Marla jedoch blieb erst einmal verschwunden. Hörte man sie Anfangs noch bellen, so verstummte auch dieses nach einigen Minuten. Marlas Besitzer machte sich also auf den Weg in den Fichtenwald um sie zu suchen. So durchstreifte er die nächsten Stunden den Wald, in der Hoffnung Marla finden und sichern zu können. Auch die Nacht verbrachten die Besitzer an der Entlaufstelle im Wald, leider jedoch vergeblich, dieser Einsatz sollte zunächst nicht belohnt werden.
So neigte sich der erste Tag langsam dem Ende entgegen ohne Marla sichern zu können.
Am folgenden Tag ging die Suche weiter. Der Wald wurde viele Stunden zu Fuß durchkämmt, irgendwo musste Marla ja nun mal sein. Da sie mit einer 10m langen Schleppleine unterwegs war, hatte sie sich vermutlich im Wald verfangen und konnte somit auch den Heimweg nicht mehr von alleine antreten. Dennoch war es den Besitzern nicht möglich Marla an diesem Tag zu finden.
Da die Angst um Marla immer größer wurde, entschied man sich dazu sich professionelle Hilfe in Form von Suchhunden zu holen. Daher wurden wir, die Suchhunde & Kitzrettung Adenau am Nürburgring e.V., am 24.09.2026 kontaktiert. Kurze Zeit später, nämlich noch am selben Abend, wurden die ersten Suchhunde vor Ort eingesetzt um die Spur von Marla aufzunehmen und zu verfolgen. Die Suchhunde konnten die Spur schnell erarbeiten, waren aber aufgrund der schwierigen Verhältnisse vor Ort nur eingeschränkt einsetzbar. Zwar war der Fichtenwald gut einsehbar und auch passierbar, allerdings gab es auch immer wieder Abschnitte welche extrem zugewachsen und von Dornen übersät waren. Dichte Brombeerhecken versperrten immer wieder den Weg und waren kaum bis gar nicht zu passieren. Sowohl Hund als auch Mensch mussten daher immer wieder von der eigentlichen Spur abweichen und diese an anderer Stelle versuchen wiederzufinden.
Da auch dieser Tag sich langsam dem Ende entgegen neigte und es somit deutlich dunkler wurde, wurde der Einsatz mit den Suchhunden am Abend abgebrochen. Stattdessen wurde am Abend noch eine Wärmebilddrohne eingesetzt, mit welcher das erarbeitete Waldgebiet überflogen und abgesucht wurde. Trotz aller Bemühungen konnte Marla auch an diesem Abend nicht gesichert werden.
Für den nächsten Tag war ein weiterer Einsatz vor Ort geplant. Aufgrund der schwierigen Bedingungen wurde entschieden, sich weitere Hilfe in Form von Suchhelfern dazu zu holen. Diesem Aufruf folgten innerhalb kurzer Zeit viele freiwillige Helfer, welche sich am Nachmittag an der Einsatzstelle trafen.
Ab diesem Tag wurden wir zudem von Max vom Verein Rettungshunde Süd-West e.V. unterstützt. Er stellte eine Suchkarte mit einem Suchraster zusammen. Mithilfe dieser Karte wurden die entsprechenden Waldgebiete nun systematisch abgesucht. Die Suchteams gingen nun, ausgestattet mit Funkgeräten, in die entsprechenden Waldgebiete und meldeten diese entsprechend als abgesucht zurück. War ein Gebiet zu Fuß nicht passierbar, wurde von den Teams die Wärmebilddrohne zur gezielten Suche aus der Luft angefordert. Aber auch aus der Luft waren die einzelnen Gebiete aufgrund des dichten Bewuchses teilweise nur sehr schwer einsehbar. Zudem erschwerten die sommerlichen Temperaturen und der Sonnenschein die Arbeit per Wärmebild.
Parallel dazu waren auch wieder die Suchhunde-Teams unterwegs um mögliche weitere Laufwege von Marla zu erarbeiten. Aufgrund der Größe der Waldgebiete kam am Abend Pilot Hermann mit einer weiteren Wärmebilddrohne vom Verein Rettungsdrohne Rhein-Hunsrück e.V. dazu. Diese Zusammenarbeit hatte sich bereits in der Vergangenheit bewährt und sehr gut funktioniert. Am Abend waren die Temperaturen dann für die Überprüfung per Wärmebilddrohnen aus der Luft auch deutlich besser geeignet, wenngleich die dichten Baumkronen und auch der teils sehr dichte Bewuchs am Boden, die Arbeit sehr anspruchsvoll gestalteten. Auch dieser Tag endete, nach vielen Stunden mit vielen freiwilligen Helfern vor Ort, ohne den erhofften Erfolg.
Somit waren auch am Samstag wieder die freiwilligen Helfer gefragt. Es wurden erneut Teile des Waldes systematisch zu Fuß abgesucht. Und auch an diesem Tag waren wieder Suchhunde und Wärmebilddrohne im Einsatz um das Gebiet weiter auszuarbeiten. Dank der Unterstützung von Max wurde die Suchkarte während der gesamten Einsatztage stetig aktualisiert. So hatten alle Beteiligten immer einen Überblick über die bereits abgesuchten und noch ausstehenden Bereiche. Aber auch der Samstag sollte noch nicht die sehnlich erhoffte Erlösung bringen.
Somit stand am Sonntag ein weiterer langer Einsatztag vor Ort an. Erneut waren Suchhunde, Wärmebilddrohne und viele freiwillige Suchhelfer vor Ort im Einsatz. Es wurden weitere Teile des Waldes anhand des Suchrasters durchsucht. Einige Teile des Waldes wurden in Menschenketten durchforstet, um sicherzustellen dass auch nichts übersehen wird. Denn in den dichten Hecken war das dunkle Fell von Marla eine gute Tarnung und hätte somit auch leicht übersehen werden können. Auch wenn es schwer fiel, so wurde auch dieser Einsatztag, nach über 12 Stunden, am Abend beendet ohne Marla gefunden zu haben.
Trotz allem war an ein Aufgeben selbstverständlich nicht zu denken. So waren auch am folgenden Montag wieder Suchhelfer unterwegs und unterstützten Marlas Besitzer bei der Suche. Aber auch der Montag endete, leider für alle etwas frustrierend, ohne die erhoffte Erlösung.
Erst der achte Tag brachte für alle die ganz große Erleichterung. Nachdem wieder einige Suchhelfer die Besitzer bei der Suche unterstützten, konnte Marla am späten Nachmittag durch den Besitzer gefunden und gesichert werden. Dabei war zunächst gar nicht klar, dass sich Marla an der Fundstelle aufhält, es war nämlich zunächst nur eine gelbe Handschlaufe zu sehen, mehr aber auch nicht. Erst nachdem der Besitzer auf dem Bauch liegend in eine dichte Dornenhecke krabbelte, konnte er Marla sehen. Sie hing mit ihrer Leine fest und hatte sich eine kleine Kuhle gegraben.
Kurze Zeit später stand dann auch fest, dass es Marla glücklicherweise gut geht. Sie war weder verletzt noch dehydriert. Vermutlich hing sie daher auch noch keine 8 Tage dort fest, sondern konnte sich anfangs noch frei bewegen - trotz 10m Schleppleine.
Am Ende war die Erleichterung bei allen riesengroß, hatte all der Einsatz doch noch zu einem glücklichen Ende geführt.
Wir bedanken uns bei allen freiwilligen Helfern, Max von den Rettungshunden Süd-West e.V., Hermann von der Rettungsdrohne Rhein-Hunsrück e.V. und natürlich bei Marlas Besitzern, welche uns ihr Vertrauen geschenkt und uns während der Einsatztage vor Ort bestens versorgt haben.
Nach acht Tagen endete so ein Einsatz, welchen alle Beteiligten so schnell nicht vergessen werden.




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